Naturgefahren Gletscher
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Liste der Gletscher

 

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Aletschgletscher (Märjelensee),  Fieschertal  (VS)

Gefahren:  

  

LK 1:25'000:  

1269

Länge:  

25.00 km  

Höhenlage:  

4160 - 1600 m

Fläche:  

125.00 km2  

Neigung:  

6o  (10%)

Detaillierte Angaben zum Gletscher (PDF-Format)

Schadenpotential:

Weiler Oberaletsch, Massaschlucht oberhalb des Stausees Gebidum, Hüttensteig zu den Konkordiahütten, verschiedene Wanderwege (instabile Moränen)

 Um 1850

Um 1850 wurden Behausungen des Weilers Oberaletsch durch den vorrückenden Aletschgletscher zerstört. Der gegenwärtige Rückzug des Aletschgletschers schliesst zur Zeit eine Wiederholung von Zerstörungen im Weiler Oberaletsch wie die um 1850 aus.

 1813 - 1895

Beinahe jährlich sich wiederholende Ausbrüche des Märjelensees. In den Gletscherberichten sind die folgenden Ereignisse vermerkt: August 1813, Juli 1820, Juli 1822, Juli 1828, Herbst 1840, vor 18. August 1848, 1858, 1859, Juli 1864, 1871, 1872, 1873, 1874, 1875, 1876, 19. Juli 1878, 9/10. Juni 1882, Januar 1883!, August 1884, 4. September 1887, 24. Juni 1889, 25. Juli 1890, 1892, 1894, 24. September 1895. Im letzten Jahrhundert entleerten sich Schadenshochwasser vom Märjelensee teilweise auch ins Wysswasser (Fieschertal). Mit der Erstellung eines Entlastungstunnels nach Fiesch im Sommer 1895 sollte die maximale Staukote begrenzt werden. Aufgrund des Gletscherrückzugs war dieser Stollen jedoch nur einmal in Betrieb. Der heute kleine Märjelensee läuft seit 1. September 1901 mit wenigen Ausnahmen jährlich aus. Heute befindet sich die Staukote deutlich unterhalb des Entlastungstunnels. Dank der Erstellung des Stausees Gibidum können die Hochwasser der Massa das Rhonetal nicht mehr erreichen. (Forel, 1883: 255; Forel, 1888: 266; Forel, 1889: 354; Forel, 1890: 10; Forel, 1891: 358; Forel und Du Pasquier, 1896: 255)

 

Durch den Mächtigkeitverlust des Aletschgletschers im Bereich des Konkordiaplatzes (rund 75 m Oberflächenabsenkung seit 1850) sind Stabilitätsprobleme an den umliegenden Felswänden entstanden. Dadurch wurde der Hüttenanstieg zu den Konkordiahütten gefährdet. Bei einem weiteren Gletscherrückgang wird sich dieses Problem in Zukunft verschärfen. (Konkordia, 1993; Wegmann, 1998b)