Naturgefahren Gletscher
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Liste der Gletscher

 

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Weingartengletscher,  Täsch  (VS)

Gefahren:  

 

LK 1:25'000:  

1328

Länge:  

2.50 km  

Höhenlage:  

3850 - 3000 m

Fläche:  

2.00 km2  

Neigung:  

19o  (34%)

Detaillierte Angaben zum Gletscher (PDF-Format)

Schadenpotential:

Wasserfassung, Täschalp, Alpstrasse, Täsch, Kantonsstrasse, BVZ-Eisenbahnlinie

 1868

Laut einer Notiz vom Pfarrer Taugwald soll sich 1868 ein zum Ereignis 1892 ähnliches Hochwasser ereignet haben, jedoch ausgehend aus dem Täschgletscher. Der Name dieser Gletscher wurde aber auf keinen Landeskarten gefunden. (Forel, 1893: 7)

 15, 16 und 17 August 1892

Bei einem grösseren Hochwasser sind beträchtliche Geschiebeablagerungen aufgetreten. Das Dorf Taesch sowie 15'000 m2 Wiesen wurden überschwemmt. Die Bahnlinie wurde nicht tangiert. Das Hochwasser wurde primär durch ein Seitengerinne des Gletscherbaches vom Weingartengletscher verursacht. Weitere Informationen liegen nicht vor. (Forel, 1893: 6)

 1929, 1948

Weitere Hochwasserereignisse in Täsch sind aus den Jahren 1929 und 1948 bekannt.

 13./14. Juni 1957

Am 13./14. Juni 1957 wurden beträchtliche Flächen des heutigen Dorfes in Mitleidenschaft gezogen. Murgänge aus den an der unvergletscherten Südwestflanke der Leiterspitze gelegenen Rinnen von Eggerskin und Lauinen verfrachteten grössere Geschiebemassen in den Täschbach. Zusätzlich wurden durch ein gleichzeitiges Hochwasser beträchtliche Schutt- und v.a. Schlammkubaturen abgelagert (30'000 m3).

 August 1980

Im warmen Sommer von 1980 floss viel Wasser in einen proglazialen See des südlichen Lappens des Weingartengletschers und der Seespiegel stieg stark an. Im August begann das Überlaufen des Sees wobei sich ein Murgang bildete und eine Wasserfassung der Grande Dixence SA verstopfte. Die Strasse zur Täschalp musste zeitweilig gesperrt werden. (Aellen, 1988: 52)

 um 1985

Beim Vorstoss des nördlichsten Gletscherlappens wurde der Gletscherbach nach Norden verlagert, wo er gegen die nördliche Seitenmoräne gedrängt wurde. Dadurch entstand eine Murganggefahr.

 25. Juni 2001, 22h00

Während niederschlagsfreiem Wetter kam es zu einem Murgang, der starken Schaden in der Ortschaft Täsch anrichtete. Auslöser dürfte neben dem Überlaufen am linksseitigen Gerinne des Weingartensees durch starke Schneeschmelze, das durch eine temporäre Quelle stark aufgelockerte Moränenmaterial im Dammbereich, einige Meter unterhalb des Überlaufs gewesen sein. Da sich die Rückhaltesperre östlich von Täsch als zu klein erwies, wurden etwa 18'000 - 20'000 m3 (entspricht einem Geschiebeanteil von 10'000 - 12'000 m3) in Täsch abgelagert. (Teysseire & Candolfi AG, 2001)